Erfahrungsbericht pwb ag


Neue Impulse für einen Lohnfertiger

Marcel Gamweger, Masch. Ing ETH, Geschäftsführer der pwb AG


Die ganze Welt spricht von Industrie 4.0 und sieht darin die grosse Revolution, besonders für die Fertigung. Die Bandbreite an angepriesenen Lösungen ist dabei sehr gross, viele Berater buhlen um die Gunst der Firmen, die solche Lösungen verwenden sollen, aber gar noch nicht so recht wissen für welche Probleme.

Natürlich leuchten die Ansätze und Ideen von Industrie 4.0 ein. Nur, wie findet man als KMU heraus, wie das eigene Geschäft beeinflusst wird und wie man von der Entwicklung profitieren kann?

 

Die PWB AG ist spezialisiert für die Fertigung kompletter Baugruppen für pneumatische, elektrische und hydraulische Antriebe in Stückzahlen von 1 bis 10’000 pro Jahr. Wir beherrschen die Fertigung von komplexen, präzisen Einzelbauteilen mit spezifischen Oberflächen und die Bearbeitung von weiteren High Performance Werkstoffen. Unsere Kunden finden sich in der Halbleiter- und Vakuumventiltechnik, im Anlagen- und Maschinenbau, im Optik- und Gerätebau, der Antriebstechnik, der Luftfahrt-, Schienenfahrzeug-, Marine- und Automotive-Industrie. Genauso breit wie unsere Kundschaft sind ihre Ansprüche. Wir sind bekannt für unsere hohe Qualität und dafür, dass wir auch grosse Herausforderungen meistern. Wir selbst sind immer bestrebt noch besser zu werden. Mit digitalisierten Lösungen sind wir schon unterwegs: digitale Auftragsbearbeitung, digitale Schnittstellen in den Prozessabläufen oder digitale Warenverfolgung gehören bei uns zum Standard. Es stellt sich aber die Frage, wie können wir uns weiter entwickeln?

 

Unterstützung fanden wir bei der Initiative "Industrie 2025", genauer bei der Arbeitsgruppe „Einstieg in Industrie 4.0“. Wir erhielten die Chance als eine der ersten Firmen das neu ausgearbeitete Vorgehensmodell für den Einstieg in Industrie 4.0 Themen anzuwenden. Für uns zentral war, dass die Ansätze zu unserem Unternehmen passen und uns vorwärtsbringen. Wir wollten keine strategische Digitalisierungsgrossübung. Wir wollten aber auch nicht in die Falle tappen, ziellos in digitalen Aktivismus zu verfallen, um am Ende gar kein Resultat zu haben oder nur Spielzeuge und Gadgets, die zwar fancy sind, aber nur geringen unternehmerischen Nutzen ausweisen. Wir wollten schnelle und fundierte Ideen, die uns weiter bringen.

 

Es schien uns, dass mit dem Vorgehensmodell von Industrie 2025 dieser Umstand gegeben ist. Das Modell ist so gestaltet, dass ein KMU sich selbständig durch den Prozess arbeiten kann. Es gibt verschiedene Hilfsmittel wie Checklisten und Anleitungen. Die Abläufe sind an sich gut verständlich. Trotzdem macht es an verschiedenen Stellen Sinn, sich von Experten begleiten zu lassen. Für uns war die externe Leitung der ersten Workshops sehr hilfreich. Sie half uns den Fokus zu finden und anschliessend zielgerichtet erste Lösungsansätze zu formulieren.

Die Umsetzung der Ideen packen wir wiederum selbst an. Es sind alles Themen, die uns und unseren Kunden zeitnah einen direkten Nutzen schaffen. Der Aufwand um diese ersten Projekte zu identifizieren hielt sich in Grenzen, der Nutzen ist aber gross.

 

www.pwbag.ch